Problemstellung KI und Bildung

Kriege, Klimawandel und die rasante Entwicklung der Technik sind die größten aktuellen Herausforderungen unserer Zeit. Eine Herausforderung scheint besonders wirkungsvoll die Schule zu beeinflussen: In einer Zukunft, in der Künstliche Intelligenz (KI) Wissen schneller, präziser und umfassender bereitstellt als jeder Mensch es je könnte, wird sich die Rolle von Lehrer*innen radikal verändern. Sie sind nicht mehr primär Wissensvermittler*innen, sie werden immer mehr zu Lernbegleiter*innen, die Schüler*innen nicht nur beim Abrufen von Wissen unterstützen, sondern vor allem dabei helfen, selbstbewusst und verantwortungsvoll zu lernen.

In dieser neuen Rolle ist es entscheidend, dass Lehrer*innen ihre Schüler*innen dazu anregen, Fehler als wertvolle Lernchancen zu begreifen. Fehler sind unvermeidlich, aber vor allem wertvoll: Sie bieten die Gelegenheit zu reflektieren, zu wachsen und neue Perspektiven zu gewinnen. Lehrer*innen sollten ihren Schüler*innen vermitteln, dass Fehler kein Makel sind, sondern vielmehr ein natürlicher Bestandteil des Lernprozesses. Dabei geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit fachlichen Fehlern, sondern auch um den Umgang mit Misserfolgen auf persönlicher Ebene, sei es bei der Kommunikation, im sozialen Kontext oder bei der Umsetzung von eigenen Lebenszielen, Wünschen und Träumen. Indem Lehrer*innen eine Kultur des respektvollen Scheiterns etablieren, tragen sie dazu bei, dass Schüler*innen nicht nur Wissen erwerben, sondern auch lernen, selbstbewusst und resilient mit ihren eigenen Unsicherheiten und Herausforderungen umzugehen.

Ein weiterer Bereich, in dem KI kaum menschliche Nähe ersetzen kann, ist die emotionale und soziale Bildung. Schule ist weit mehr als ein Ort der Wissensvermittlung, sie ist ein sozialer Raum, in dem junge Menschen Beziehungen aufbauen, Konflikte austragen und soziale Kompetenzen erlernen. Lehrer*innen werden daher zunehmend zu Bezugspersonen, die emotionale Fähigkeiten, Teamfähigkeit, Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit, Selbstbewusstsein und Demokratiebildung vermitteln und bei persönlichen oder sozialen Herausforderungen unterstützend zur Seite stehen. Gerade in einer digitalisierten Lernwelt sind Lehrer*innen wichtig für das soziale Gleichgewicht und die emotionale und soziale Entwicklung der Lernenden.